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Frohe Weihnachten im Widerstand

Weihnachten gilt als Fest der Ruhe, der Familie und des Friedens. Doch für viele Menschen fühlt sich diese Zeit nicht friedlich an. Kriege dauern an, soziale Ungleichheit wächst, demokratische Werte geraten unter Druck. Inmitten von Lichterketten und Weihnachtsliedern stellt sich deshalb eine unbequeme Frage: Was bedeutet Weihnachten, wenn die Welt aus den Fugen gerät?

Vielleicht ist Weihnachten gerade dann politisch, wenn wir es nicht so nennen wollen.

Widerstand als Haltung, nicht als Kampf

„Widerstand“ muss nicht laut, radikal oder zerstörerisch sein. Widerstand kann leise sein. Er kann darin bestehen, nicht wegzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt werden. Er kann heißen, solidarisch zu bleiben, obwohl es bequemer wäre, sich zurückzuziehen. Widerstand kann bedeuten, Menschlichkeit zu verteidigen – im Alltag, im Gespräch, in kleinen Entscheidungen.

In diesem Sinne war die Weihnachtsgeschichte selbst nie unpolitisch. Ein Kind wird in Armut geboren, fern von Macht und Palästen. Die Erzählung stellt die Würde der Schwachen ins Zentrum und stellt bestehende Machtverhältnisse infrage. Das ist kein harmloses Märchen, sondern eine leise Provokation.

Gegen Gleichgültigkeit und Zynismus

Der vielleicht größte Gegner unserer Zeit ist nicht nur Unrecht, sondern Gleichgültigkeit. Weihnachten im Widerstand heißt, sich dem Zynismus zu verweigern. Nicht zu sagen: „Man kann ja doch nichts ändern.“ Sondern zu fragen: Was ist mein Teil?

Ein offenes Ohr, eine klare Haltung gegen Hass, Engagement im Kleinen – all das sind Formen von Widerstand. Sie passen vielleicht nicht in die Hochglanzversion von Weihnachten, aber sie kommen dem Kern näher.

Hoffnung ist kein naiver Luxus

Hoffnung wird oft belächelt. Doch Hoffnung ist kein Wegsehen, sondern eine Entscheidung. Gerade in dunklen Zeiten ist sie eine Form von Widerstand. Wer hofft, akzeptiert Ungerechtigkeit nicht als Normalzustand. Wer hofft, glaubt an Veränderung – auch wenn sie langsam ist.

Weihnachten im Widerstand heißt deshalb nicht, die Welt schönzureden. Es heißt, trotz allem an Menschlichkeit festzuhalten.

Frohe Weihnachten – trotzdem

Vielleicht können wir uns dieses Jahr „Frohe Weihnachten“ wünschen, ohne die Widersprüche zu überdecken. Frohe Weihnachten – im Bewusstsein dessen, was fehlt. Frohe Weihnachten – mit einer Haltung, die nicht schweigt. Frohe Weihnachten – im Widerstand gegen das, was Menschen entwürdigt.

Denn Frieden beginnt nicht erst, wenn alles gut ist.
Er beginnt dort, wo wir uns weigern, das Gute aufzugeben.

Frieden beginnt im Kopf

In diesem Sinne wünschen wir euch erholsame Feiertage und einen guten Start in ein gesundes und wunderschönes Neues Jahr. Mögen all unsere Wünsche in Erfüllung gehen.

Am 3. Januar sind wir für den Frieden auf der Straße. Wir treffen uns um 15 Uhr auf dem Exerzierplatz. Danach gibt es einen Aufmarsch durch die Innenstadt und eine kleine Kundgebung.

Wir freuen uns auf euch!

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