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Wenn Prognosen wachsen, aber Geschäfte verschwinden

Wenn ich Wachstumsprognosen für 2026 lese, frage ich mich oft, für wen dieses Wachstum eigentlich gedacht ist. In den Berichten ist von Aufschwung, Stabilisierung und positiven Signalen die Rede. In meinem eigenen Umfeld höre ich dagegen vor allem von steigenden Kosten, wachsender Unsicherheit und der Frage, wie lange sich das alles noch tragen lässt.

Die Zahlen, auf die sich diese Prognosen stützen, wirken weit entfernt vom Alltag kleiner Unternehmer. Industrieproduktion, Exporte und Investitionen großer Unternehmen mögen wichtige Indikatoren sein, sagen aber wenig darüber aus, was in lokalen Geschäften, Werkstätten oder Dienstleistungsbetrieben tatsächlich passiert. Dort geht es nicht um Prozentpunkte oder Börsenbewertungen, sondern um Miete, Stromrechnung, Kundschaft und den täglichen Umgang mit immer neuen Regeln.

Was ich wahrnehme, ist eine zunehmende Belastung für kleine Betriebe und Einzelunternehmer. Energie und Mieten werden teurer, Löhne steigen, Vorgaben werden komplexer. Gleichzeitig sind viele Kunden und Kundinnen vorsichtiger geworden und halten ihr Geld zusammen. Große Unternehmen können auf solche Entwicklungen reagieren, Kosten verteilen oder Märkte verlagern. Wer allein oder mit wenigen Mitarbeitern arbeiteet, hat diese Spielräume meist nicht.

So entsteht für mich ein Widerspruch: Die Wirtschaft soll wachsen, doch vor Ort wird es enger. Geschäfte verschwinden, Nachfolger fehlen, Innenstädte verlieren an Leben. Dieses Auseinanderklaffen von Statistik und Wirklichkeit macht skeptisch – und erklärt vielleicht auch, warum viele Menschen politischen Versprechen immer weniger trauen.

Mein Eindruck ist, dass kleine Unternehmen weniger große Ankündigungen brauchen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen. Planungssicherheit, bezahlbare Energie, überschaubare Regeln und eine Politik, die den Alltag vor Ort kennt.

Wachstum ist kein abstrakter Wert. Es entscheidet sich dort, wo Menschen jeden Morgen ihr Geschäft aufschließen und Verantwortung übernehmen.

In diesem Sinne möchte ich alle Leser und Leserinnen ermutigen, regionale Geschäfte bewusst zu unterstützen. Kaufen wir dort ein, wo Menschen vor Ort arbeiten, statt ausschließlich bei großen Online-Anbietern. Werden wir zu verlässlichen Partnern der regionalen Wirtschaft. Denn wir alle entscheiden mit unserem Konsum darüber, ob diese Geschäfte bestehen bleiben. Die Alternative wäre eine weitere Verlagerung hin zu anonymen Online-Strukturen, die zunehmend automatisiert funktionieren und kaum noch Arbeitsplätze schaffen.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in ein wunderschönes und gesundes Jahr 2026. Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen!

Liebe Grüße
Birgit

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